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Wenn wir draußen unterwegs sind, passiert es immer wieder: Eines der Kinder findet eine leere Dose, Reste einer Plastiktüte oder Glasscherben im Gras, am Waldboden oder am Wegrand. „Das ist doch gefährlich für die Tiere!“, meint Leon empört. Er und die anderen können nicht verstehen, warum Leute ihren Müll einfach in die Umwelt werfen, anstatt ihn wieder mit nach Hause zu nehmen. „Oder in die Abfalleimer, da gibt es doch genug“, wundert sich Ayla.

Was passiert, wenn wir nicht auf die Umwelt achtgeben

Umweltschutz und Nachhaltigkeit sind heute wichtiger denn je. Der Klimawandel ist inzwischen Realität und bedroht die Grundlagen und eine lebenswerte Zukunft unserer Kinder. Viele von ihnen haben die Hochwasserkatastrophe der vergangenen Wochen mitbekommen und wollen wissen, warum das passiert ist und was man dagegen tun kann. Klimawandel ist ein abstraktes Wort, unter dem sie sich wenig vorstellen können. Überflutungen, die direkt mit dem sich wandelnden Klima zusammenhängen, sind dagegen sehr anschaulich und greifbar für die Kinder.

Was können wir aktiv für den Klimaschutz tun?

„Licht aus, Licht aus!“, ruft Max am Ende eines langen Kita-Tages. Er wird als letzter abgeholt und schaut nochmal nach, ob auch in jedem Raum das Licht ausgeschaltet ist. Er weiß, dass es nur unnötig Strom verbraucht, wenn die Deckenbeleuchtung die ganze Nacht über brennt. Auch beim Wasser gucken alle genau, dass die Hähne immer gut zugedreht sind und nichts tropft oder verschwendet wird. Zusammenhänge begreifen, Ressourcen wie Wasser oder Energie schonen, und vor allem: selbst aktiv werden – damit können wir Kinder an einen nachhaltigen Umgang mit wertvollen Ressourcen heranführen.

Eine weitere Möglichkeit ist, rauszugehen und Abfälle einzusammeln. Schnell kommen dann Fragen auf wie: Wo kommt der ganze Müll her? Was passiert mit Plastikverpackungen, wenn wir sie in die Tonne werfen? Werden sie verbrannt, wiederverwertet, in ein anderes Land gebracht? Wie wird daraus das winzig kleine Mikroplastik, das wir in Fischen und Seevögeln finden? Die Kinder machen große Augen, als sie erfahren, dass Mikroplastik auch in ihrem Lieblingsshampoo steckt.

Regional und saisonal einkaufen

In der Bauernhofkita wollen wir die landwirtschaftliche Produktion mit allen Sinnen erfahrbar machen. Wie werden Kartoffeln, Salat oder Karotten angebaut, wie kommen sie vom Acker auf den Teller? In Deutschland importieren wir über 60 Prozent des Gemüses und 80 Prozent des Obstes. Das bedeutet jede Menge Energie für die oftmals aufwändige Wasserversorgung und die Treibhäuser vor Ort, für gekühlte Zwischenlagerung und weite Transportwege per Flugzeug, Schiff oder Lkw. All das belastet Klima und Umwelt und trägt letztlich zur Erderwärmung bei. Was wir aber hier vor Ort anbauen und ernten, spart den Transport und eine lange Lagerung – und schmeckt oft auch besser!

Gemeinsam pflanzen und ernten

„Der Salat ist viel knackiger und leckerer als zu Hause“, stellt Emma beim Mittagessen fest. Kein Wunder, schließlich können bei uns im Garten alle Sorten komplett ausreifen und müssen nicht grün oder halbreif auf die Reise gehen. Wir pflanzen und ernten gemeinsam im Bauernhofkita-Garten. So wissen die Kinder genau, wann Erntezeit ist und wie reifes Gemüse aussieht. Und den Unterschied können sie auch schmecken.

Gemeinsam pflanzen und ernten

Selbst kochen, ganz ohne Zusatzstoffe

Mehrmals pro Woche kochen wir außerdem komplett frisch – ganz ohne Fertig- und Convenience-Produkte, ohne Geschmacksverstärker und ohne Konservierungsmittel. Wir gehen dabei achtsam mit den Lebensmitteln um, versuchen so wenig wie möglich wegzuwerfen und überlegen uns, wie wir die Reste verwerten können.

Alle Lebensmittel behandeln wir wertschätzend und bereiten sie möglichst schonend zu. Schließlich sollen Vitamine und Mineralstoffe erhalten bleiben, damit die Kinder rundum gut versorgt sind. So lernen sie nicht nur, mit Lebensmitteln achtsam umzugehen, sondern auch, sich ausgewogen zu ernähren. Kinder sind übrigens auch richtig probierfreudig, wenn sie selber Gemüse ernten und beim Zubereiten helfen!

Unser Speiseplan passt sich den Jahreszeiten an, damit wir viele Produkte aus der Region einsetzen können. Fast immer bringen wir Bio-Obst und -Gemüse von Lieferanten rund um München auf den Tisch, sowie Fleisch und Fisch aus artgerechter Tierhaltung.

salat - bio und lokal - regional selbst angebaut selber pflanzen

Bio oder konventionell?

Aber ist bio wirklich nachhaltiger? Die eindeutige Antwort ist: Ja. Das konnten inzwischen zahlreiche Studien belegen. Biologischer Landbau wirkt sich positiv auf unsere Böden und die Biodiversität aus und hilft, Grund- und Oberflächenwasser zu schützen – die konventionelle Landwirtschaft hinkt da leider hinterher.

Lebendige Böden und sauberes Wasser sind die Grundlage für uns und unsere Kinder, um langfristig gesund zu leben. Ökolandwirtschaft verbraucht außerdem weniger Düngemittel und kann energiesparender produzieren als die konventionelle Landwirtschaft. Auch den Tieren geht es meist besser: Denn für die Tierhaltung gelten strengere Standards, was Auslauf und Futtermittel betrifft, als in der konventionellen Haltung.

Verstehen, warum Nachhaltigkeit wichtig ist

Wenn die Kinder Fragen stellen und profunde Antworten bekommen, lernen sie unterschiedliche Sichtweisen kennen und können die Zusammenhänge in ihrer Umwelt nachvollziehen. Wertschätzung für Tiere und Pflanzen kann die Grundlage bilden für nachhaltiges Handeln im Alltag, heute und als Erwachsene.

Kindern Nachhaltigkeit zu erklären und ihnen beizubringen, nachhaltig zu leben, ist gar nicht schwer, wenn wir Erwachsene es ihnen vormachen. Ob Müll trennen, bewusst einkaufen, weniger wegwerfen oder mit dem Rad statt mit dem Auto fahren: Viele kleine Schritte tragen letztlich zu einem Wandel bei.

„Probleme kann man niemals mit derselben Denkweise lösen, durch die sie entstanden sind.“
(Albert Einstein)

kleines kind spielt im wald herbst laub -

 

Photos by phuc-long, zbynek-burival, noah-buscher, janko-ferlic via unsplash