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Natur, ein Abenteuer nicht nur für unsere Kinder

Kleinste Lebewesen, größte Faszination!

Marie geht in die Hocke und starrt wie gebannt auf einen Grashalm in der Wiese, auf dem eine winzige gelbe Schnecke sitzt. Nein, stellt Marie fest, die Schnecke sitzt nicht, sondern kriecht ganz allmählich den Halm hinauf und hinterlässt dabei eine glänzende Spur, die in allen Regenbogenfarben funkelt. Marie ist völlig fasziniert. Dann richtet sie sich auf und jede Menge Fragen sprudeln aus ihr heraus:

„Wo kommt denn diese schleimige Spur her? Wozu braucht die Schnecke die? Und aus was ist die gemacht?“.

Biotop Wiese

Wir sind auf der Wiese vor dem Haus unterwegs. Bienen fliegen vorbei, suchen Nektar und tragen dabei den Pollen von Blüte zu Blüte. Wir beobachten, wie sie arbeiten, wie sie bestimmte Blumen aufsuchen und an ihren Beinchen dicke Pollenpakete mittragen. Die Kinder erfahren ganz anschaulich und nebenbei, wozu die Bienen Nektar sammeln und wie sie gleichzeitig die Blüten bestäuben.

Der See als Abenteuer-Spielplatz macht Kinder zu Entdeckern der Natur

Danach geht‘s weiter zum See, wir halten nach den Blesshühnern Ausschau. „Da vorne“, flüstert Paul und deutet ans Ufer. Wir schlängeln uns durchs hohe Gras. Die Blesshühner haben klitzekleinen Nachwuchs bekommen und sind im Schilf unterwegs. Sechs Küken zählt Finn, aber nein, es sind sieben, ruft Sophie, eins hat gebummelt und sucht jetzt den Anschluss.

Ein Kind springt in den Feldmochinger See

Familie Blesshuhn und ihre Kinder

Wir beobachten die Familie eine Weile, die Kinder mutmaßen darüber, was die Kleinen wohl schon alles können und was sie gerne fressen. Auf dem Weg zurück vom See pflücken wir noch ein paar Löwenzahnblätter, die wir im Salat essen wollen. „Bäh, das ist doch eklig!“, meint Finn. Paul probiert mutig. Finn beobachtet ihn, und als Paul das Gesicht nicht verzieht, kriegt auch Finn Lust. Er ist richtig erstaunt, wie bitter und würzig die Blätter schmecken.

Mit allen Sinnen Natur und Leben entdecken

„Die Blüten sind so schön, können wir die auch essen?“. Finn probiert: „Hihi, das kitzelt aber an der Lippe“. Wir sammeln eine Handvoll der großen gelben Löwenzahn-Blüten und nehmen sie mit, um sie später in den Salat zu geben. Die Kinder freuen sich schon und fragen auf dem Rückweg bei vielen anderen Blumen auf der Wiese, ob wir die in den Salat geben können.

Nicht nur die Blumen blühen beim Abenteuer Natur…

So wie Marie, Paul und Finn geht es fast allen Kindern hier: Sie blühen richtig auf, wenn sie raus in die Natur kommen. Da gibt es so viel zu entdecken, und die Kinder haben ein Auge für die vielen Details um sie herum. Sie stellen tausend Fragen, die ihnen durch den Kopf gehen, und wollen die Zusammenhänge verstehen.

Sehen und erleben lernen

Klar kann man ihre Fragen auch mit Google oder Büchern beantworten – nur, was bleibt davon wirklich hängen? Wir machen Streifzüge draußen, bei Wind und Wetter und zu jeder Jahreszeit. Lernen findet ganz nebenbei statt, hautnah und mit allen Sinnen übers Tasten, Sehen, Riechen und Hören.

Zwischen Wiesen, Wäldern und See:
Die Bauernhof Kita und ihre wunderschöne Lage

Der Feldmochinger See, eingebettet in Wiesen und Felder, und ein fußläufig erreichbares Waldstück bieten dazu die ideale Umgebung.

Für die Kinder ist besonders spannend zu sehen und zu erfahren, wie sich die Natur im Lauf der Jahreszeiten verändert. Jeder Tag ist anders, Wetter und Temperaturen sind immer wieder neu, und draußen ist alles in stetem Wandel.

Abenteuer Jahreszeiten: die Natur in ständiger Veränderung erfahren

Frühling…

Im Frühling sind viele Bäume noch frei von Laub und lassen die Sonne bis auf den Boden scheinen. Erste Blumen stecken vorsichtig ihre Köpfchen aus der Erde und wir erleben, wie die Natur erwacht. In schattigen Ecken halten sich Schneeflecken besonders lange.

Die Vögel gehen jetzt auf Brautschau und bauen ihre Nester. Mit etwas Glück können wie sie beobachten, wie sie Insekten und Würmer für ihren Nachwuchs suchen. Jetzt sind wir auch viel im Garten unterwegs, sähen aus, freuen uns über das erste Grün, gießen und beobachten, wie sich aus den kleinen Salatpflänzchen über die Wochen ein mächtiger Kopf entwickelt, den wir dann gemeinsam ernten und zusammen verarbeiten. Vielleicht verirren sich auch ein paar Löwenzahnblätter in den Salat.

Sommer, Herbst

Der Sommer ist im wahrsten Sinn die Zeit der Fülle, alles grünt und blüht. Die Luft ist warm und riecht wunderbar nach Wald, See oder gemähtem Gras. Auch die Kinder spüren die Kraft und sind beim Spielen voller Elan. Im Herbst ernten wir im Garten. Unter den Bäumen liegen bunte Blätter und reichlich Äpfel. Wir schauen zu, wie die Eichhörnchen eifrig ihre Funde verbuddeln, um Vorräte für den Winter anzulegen. Ob sie sich später noch an alle Plätze erinnern? Wenn nicht, wächst im kommenden Frühjahr vielleicht genau dort ein kleiner Baum …

Zwei Kinder bauen ein Zelt aus Holststöcken im benachbarten Wald

… und Winter

Dann kommt der erste Schnee, legt sich wie eine Decke über die Landschaft, und die Natur schläft. Wir können sehen, dass alles auch Zeiten der Erholung braucht, um neue Kraft zu schöpfen. Die wunderbare Ruhe des Winters hat etwas Beruhigendes, und die Kinder sind gerne drinnen, um zu malen, zu basteln und zu spielen. „Was machen eigentlich die Blesshühner jetzt?“, fragt Paul im Februar. Marie, Finn und die anderen schlagen vor, dass wir doch ganz bald mal nachschauen gehen sollten. Und das machen wir dann auch und besuchen die Wasservögel auf dem zugefrorenen See. Die Schritte der Kinder knirschen im Schnee, ihr Atem bildet kleine Wolken. „Was essen die Vögel denn jetzt?“, will Finn wissen.

Antworten geben und selber finden

Um all diese Fragen beantworten und die Kinder bei ihren Ausflügen in die Natur ideal unterstützten zu können, sind unsere Begleiter*innen mit Schwerpunkt Tier- und Naturpädagogik ausgebildet und nehmen regelmäßig an Fort- und Weiterbildungen teil. So können sie kompetent und kindgerecht Antworten geben oder einfach eine passende Geschichte erzählen. Sie helfen den Kindern dabei, die Welt um sie herum zu entdecken, das scheinbar Selbstverständliche zu hinterfragen und einen nachhaltigen Umgang mit der Natur zu lernen. Ganz ohne erhobenen Zeigefinger, sondern mit viel Spaß, Fantasie und Entdeckerlust.

„Das Ziel von Bildung ist nicht, Wissen zu vermehren, sondern für das Kind Möglichkeiten zu schaffen, zu erfinden und zu entdecken, Menschen hervorzubringen, die fähig sind, neue Dinge zu tun.“ (Jean Piaget)

Fotos von Gabby Orcutt, Vitolda Klein und Markus Spiske via unsplash, vielen Dank!